Winter in Finnland

Schon Tage vor unserer Anreise war uns Eines klar: es wird sehr kalt werden. In der Wettervorhersage sprach man von um die -35 Grad, was fuer uns Mitteleuropäer kaum vorstellbar ist, obwohl wir ja auch in Deutschland von der gleichen Kältewelle heimgesucht wurden.

In Helsinki angekommen zeigte uns das Thermometer bereits -32,9 Grad an, Tendenz eher fallend. Allerdings nach 260km nördlicher Fahrt Richtung Parkano wurde es allerdings immer wärmer, nur noch um die -13 Grad, was fuer die Finnen dann eher Bikiniwetter bedeutet. Schade, eigentlich wollte ich mal schauen wie es sich bei um die -30 Grad auf dem Bike anfuehlt. Naja, somit musste ich mich wenigstens nicht so dick anziehen.

Rund um Parkano gibt es jede Menge kleine Wanderpfade, die ich bestens aus dem Sommer kenne, aber anscheinend im Winter auch rege genutzt werden.

Also Sattel vom Pirate Billy Bones auf Mittelstellung und auf gehts in den Wald.

Die Pfade sind schon im Sommer nicht gerade einfach zu fahren, da es an manchen Stellen ziemlich eng wird, im Winter gestaltet sich das noch eine Stufe schwieriger, da man nur ca. 30cm festen Schnee auf dem Pfad hat. Abseits sacken die Räder dann mal schnell ab und man macht einen Salto ins Unterholz.

Auf jeden Fall freue ich mich schon auf unseren 4 wöchigen Urlaub im Sommer, denn die Pfade und Trails, besonderst mein Lieblingstrail beim Waldmuseum der am Ufer eines Sees sich langschlängelt, sind wunderschön!





It’s a wrap!

6. Tag: Heute soll es eine schöne Tour auf die Ostseite nach Santa Cruz geben. Flowig und griffig, sagt Rudi wie immer; also blockige Serpentinen. Die Unterlage ist altes Kopfsteinpflaster, teils moosig fügt er hinzu. Oben könnte es feucht sein. Ich mache ein paar Fahrproben und entscheide mich, trotz Bedenken mitzufahren. Wir shutteln zum Refugio El Pilar auf den Kamm östlich von El Paso.

Dann ist noch ein ganzes Stück pedalieren auf der Piste Richtung Norden angesagt, 8km, uns wird sehr schnell warm. Trotz der dicken Wolken, in denen wir fahren. Es ist feucht, teils nass. Hm. Nach kurzer Pause geht es dann in den Trail. Wir lassen’s vorsichtig angehen, es ist zwar griffiger, als erwartet, trotzdem schiebe ich manch ruppige Passage; bloß kein Risiko. Schön Druck auf’s Vorderrad, die Kurven möglichst weit außen, Linie vorausschauend suchen. An der krassen Natursteintreppe trägt selbst Rudi. Der Kopf von D1 will heute gar nicht, er läuft fast den kompletten Trail. In der Stadt angekommen heizen wir die Gassen zu Tal und erholen uns bei Bocadillas und Cortado. Was mich in den Städten erstaunt -neben den typisch südländischen Schmuddelecken- sind die vielen netten, wie frisch gestrichenen farbenfrohen Häuser. Dann geht es wieder mit dem Shuttle nach oben, fast die gleiche Stelle, wir fahren aber nun auf der Piste Richtung Südwesten ab, zum San Juan-Lavastrom. Meist leicht abwärts, wenig treten. Sehr flowig.

Wir kommen direkt an der Ausbruchstelle an, fahren links davon einen kurzen, schmalen, ausgefahrenen Sandtrail runter, dann wird es sehr flowig, fest mit Piniennadeln, leider viel zu kurz; noch ein Stück blockiger Lavatrail – na klar, zum Abschied springt mir noch so’n Klumpen an die Wade und raspelt sie blutig. RaceFace ist zwar integriert und schicker, mit meinem Lizard Skins wäre das nicht passiert… Dann heißt es schieben über den Lavastrom – geschützter Naturpark! Faszinierend. So ein Bimsblock von Fussballgröße wiegt vielleicht ein Kilo, sieht aus wie ein schwarzgrauer Schwamm. Die Fließlava schimmert blau.

Noch ein Stück flowig, dann sind wir wieder am Lavatrail vom 1. Tag. Oh Mann, und das, wo die Kraft zu Ende geht… Wir brauchen heute etwas länger, auch weil D2 noch einen Platten hat.

Nun geht es über die Straße wieder zurück nach Los Llanos. 2500 tm, “Tiefenmeter”, so groggy war ich die ganze Woche nicht.

7. Tag: Verpennt. Frühstück in der Sonne gegenüber von Bike’n'Fun, herzliche Verabschiedung. Wir fahren zu dritt und vollgepackt (D1′s Evoc braucht doch viel Platz) nach Santa Cruz, rumhängen (Auto immer im Blick, wir sind gewarnt!), ich bummel noch etwas. Dann zum Airport, einchecken, warten. Der Flieger hat ‘ne halbe Stunde Verspätung. Wir bangen schon, da unsere Landezeit 22:30 avisiert ist; wenn wir 22:59 nicht unten sind, dürfen wir in Frankfurt nicht mehr landen!! 22:38 setzen wir auf, das wird wohl nix mit dem Zug. Koffer kommt, noch das Messer abholen, Taxi. Heeme, Blog abschicken.