Moritz  - December 31, 2009

Dienstag, 29. Dezember 2009, 17:15 Uhr, A5 Richtung Frankfurt. Die Klimaanlage im Auto ist auf angenehme 21,5° eingestellt, aber draußen könnte es nicht ungemütlicher sein. Schneeregen, Temperaturen um den Gefrierpunkt, dazu die grau-neblige Autobahn-Tristesse. Es gibt schöneres… Knapp eine Stunde später befinden wir uns in Mainz am Zollhafen. Draußen ist es noch kälter geworden, es regnet noch immer und das Hafengelände hat etwas überaus unheimliches. Ausgerechnet hier soll man Fahrrad fahren können? Trotz des Wetters? Trotz der Kälte? Mitten im Dezember?

Ja, ausgerechnet hier. Denn vor einigen Jahren haben ein paar Mainzer den Rollsportverein ins Leben gerufen und kurze Zeit später in Mainz, direkt am Rhein, in einer knapp 2000 Quadratmeter großen Lagerhalle einen riesigen Dirt- und Skatepark errichtet. Mehr wussten wir – Hannes, Lukas, Manuel, Joz, Joe und meine Wenigkeit – im Vorfeld auch nicht. Jetzt, im Nachhinein, steht fest: Mensch, da hätten wir viel früher schon hinfahren müssen!

Für sehr faire 5€ Eintritt bietet die Halle 5 in Mainz alles, was das Biker- und Skaterherz im Winter höher schlagen lässt. Die Halle ist unterteilt in 2 Bereiche – ein recht großes Skate-Areal, das dank Quaterpipes, einer Spine und diversen Funboxen allerdings auch für Biker einiges zu bieten hat. Direkt daneben befindet sich der Dirt-Bereich. Hier gibt es zwei sehr große Double-Lines und einen äußerst unterhaltesamen Pumptrack mit einigen eingebauten Sprüngen. Beheizt ist die Halle 5 zwar nicht, aber immerhin hat sie ein Dach und ist den ganzen Winter über geöffnet. Biken mitten im Dezember? Toll!

So haben wir 6 den ganzen Abend lang den Pumptrack unsicher gemacht, uns ein wenig an die kleineren Sprünge rangetastet, uns mit den sehr netten Locals unterhalten – kurzum: Wir hatten eine super Zeit. Trotz der Kälte und dem extrem ungemütlichen Wetter draußen. Biken im Winter? Kein Problem. Da kann’s draußen regnen und schneien, wie es will…Wir kommen definitiv wieder!




Joz  - August 14, 2009

515

Um 5.15 Uhr klingelt mein Wecker, doch vor Aufregung bin ich schon seit fast 5 Uhr wach und fertig angezogen.
Eine Dusche zum wach werden, ein kurzes, gehaltvolles Müslifrühstück und einen schwarzen, dickflüssigen Espresso später steht auch schon Bernds Audi vor dem Hoftor, um mit Bikes und Ausrüstung beladen zu werden.
Natürlich stoppen wir bei einem Bäcker in der Nähe und versorgen uns noch mit Puddingplunder und viel zu heißem Kaffee, denn wir haben eine lange Reise vor uns:

Das Navi wird uns knapp 300km auf der A5 nach Freiburg und dann weitere 30km durch eine von Deutschlands schönster Regionen bis nach Todtnau im südlichen Schwarzwald lotsen.
Dort befindet sich eine der besten Downhillstrecken im deutschen Raum, die Strecken wie in Winterberg oder Willingen schnell als “Waldautobahn” verblassen lässt.

idyllisch

Nachdem man bis Heidelberg gern glauben mochte, dass die Welt heute absaufen wird, bricht die Wolken- und Regenwand bei Freiburg auf und uns leuchtet ein strahlend blauer Himmel mit einigen wenigen Wölkchen entgegen.
Um halb 10, also eine gute halbe Stunde vor Liftstart, rollen wir auf den Parkplatz unterhalb des Lifts und haben ungewohnt viel Zeit zum Aufbauen der Bikes und anziehen der Protektoren. 31€ will der Herr hinter einer dicken Glasscheibe für die Tageskarte haben. Das tut im ersten Moment weh, macht aber bei Preisen von 61€ für eine 20-Fahrten-Karte (vgl. Winterberg: 33€) sehr viel Sinn und ist nach den ersten Abfahrten schon vergessen.

Mit dem Lift geht es fast 400 Höhenmeter den Berg hinauf und nach und nach wird mir klar, dass diese Strecke weit mehr zu bieten haben wird, als die Fastfood-Strecken im Sauerland. Allein das solide Starthäuschen unter der Bergstation macht einiges her und nach den ersten 300 Metern auf einem Schotterweg bricht die Strecke rechtwinklig durch ein Gap den Hang hinab und verschwindet unlängst im Wald.
Kleine Sprünge wechseln sich mit Stufen ab und werden bald von einer sehr flachen Passage, parallel zum Hang beendet, auf der sich im Rennen wohl die meiste Zeit pro Meter gut machen lässt. wieder geht es links den Hang hinab und man muss sich seinen Weg durch Stufen und dicke Wurzeln suchen bevor es wieder parallel zum Hang, aber diesmal mit unzähligen, quer gewachsenen Wurzeln, geht.
Es ist eine anstrengende, fordernde Strecke, die aber mit unzähligen Linien für das geneigte Auge aufwartet.

Wir haben riesigen Spaß. Das Tempo stimmt und nach und nach kommen wir flüssiger durch die Strecke.
Doch dann wird die Euphorie kurz durch einen übel aussehnden Sturz von Bernd unterbrochen. Auf Kopf und Rücken rutscht er einige Meter die Strecke hinab, als sein Vorderrad aus einem Anlieger herrauswäscht. Glück gehabt: außer Helm und Shirt gibt es keine größeren Schäden an Mensch und Maschine.
Zwei Abfahrten später erwischt es dann auch mich als ich ebenfalls aus einem anderen Anlieger herausfliege und mich beim Abrollen ins Unterholz verabschiede. Ein Glück ist es heute nicht nass. So lassen sich die staubigen Kapfspuren schnell abklopfen und unten am Lift wird später niemand etwas merken.

Auch den Todtnauer Wildride lassen wir nicht unversucht. Anfangs macht die Strecke mit eingebrochenen Holzleitern und -drops einen traurigen Eindruck. Doch steigert man das Tempo auf der mit Bremswellen und Geröll überhäuften Strecke, so wird sie durchaus fordernd und ist nicht weniger ermüdend als einige Sektionen des Downhills.

Dieser hat im unteren Bereich einiges mehr zu bieten:
Hängende Kurven, Wurzelpassagen, die zu recht den Namen ‘Anaconda’ tragen sowie einfach noch mehr Geröll lassen Vergleiche mit Strecken im kanadischen Whistler durchaus zu.

todtnau

Es ist ein genialer Tag und das Grinsen in unseren Gesichtern schwindet lediglich durch die aufkommende Müdigkeit auf der langen Heimreise.
Wir werden schon bald wiederkommen – mit mehr Leuten und hoffentlich auch für einen Mehrtagestrip!

dudes




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